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Über das Magazin

Sichtungen — wer hingeht, sieht.

Sichtungen ist ein deutschsprachiges Magazin für Vogelkunde und naturkundliche Beobachtung im DACH-Raum. Wir schreiben über die Vögel am Küchenfenster und über die langen Listen einer Helgoland-Frühjahrs-Saison, über die Disziplin des Verzeichnis-Führens und über die handwerkliche Frage, wie eine Sichtung von einer Erinnerung zu unterscheiden ist. Acht Ressorts, eine wiederkehrende Haltung: das Beobachtete ist nichts wert, wenn es nicht notiert wird.

Acht Ressorts — Gartenvögel, Zugvögel, Habitate, Optik, Klima, Bürgerwissenschaft, Bestimmung, Reisen — bilden das Gerüst, in dem wir kontinuierlich publizieren. Nicht jede Ausgabe füllt alle acht Felder. Manchmal verdichten sich drei Texte um eine einzelne Bienenfresser-Brut in Sachsen-Anhalt, manchmal hängt eine ganze Woche an einer NABU-Stunde-der-Wintervögel-Auswertung. Die aktuelle Mai-2026-Ausgabe markiert den Eröffnungsband, mit Schwerpunkt auf der Brutsaison und einem Einstieg ins Optik-Ressort.

Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen Routine und Aufmerksamkeit. Der Kohlmeise am Futterhaus ist seit dreißig Jahren dieselbe Disziplin — und doch verändert die saisonale Bewegung von Bienenfressern, Trauerschnäppern, Schwarzstörchen die Landkarte des Beobachtens jährlich neu. Wir behandeln Vogelkunde als das, was sie ist: eine Naturwissenschaft auf Citizen-Science-Fundament, mit einer der dichtesten Datenbasen Mitteleuropas (NABU seit 2005, ornitho.de seit 2010, eBird seit 2012, die Vogelatlanten der Länder seit den 1980ern). Wir würdigen das Verzeichnis-Führen und prüfen gleichzeitig die Daten — was eine gute Meldung von einer schlechten unterscheidet, gehört zur Kompetenz dieser Disziplin.

Geschrieben ist Sichtungen für NABU- und LBV-Mitglieder:innen, die ihre Garten- und Hausgewohnheiten ernst nehmen; für Citizen-Science-Aktive, die ornitho.de oder eBird regelmäßig befüllen; für Wanderfalken-Pat:innen und andere Brutsaison-Aktive; für Lehrkräfte für Biologie, die ihrer Klasse mehr beibringen wollen als die Lehrplan-Sechs-Singvögel; und für Naturfotograf:innen mit Vogel-Fokus, die Spektive, Tele-Objektive und Phänologie-Listen gleichermaßen ernst nehmen.

Gastbeiträge

Sichtungen nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text aus der Vogelkunde geschrieben hat — Brutsaison-Bericht, Habitat-Tiefenbohrung, Optik-Vergleich, Phänologie-Auswertung, Reise-Logbuch — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche. Kürze ist kein Nachteil, eine sauber dokumentierte Sichtung mit Lichtsituation und Beobachtungs-Distanz sagt mehr als drei Absätze Prosa, und wer Brennweiten in Millimeter und Habitate in EUNIS-Codes angibt, hat schon gewonnen.

Ein Vogel, der nicht in einer Liste steht, ist eine Erinnerung. Erst die Notiz macht ihn zur Sichtung — und am nächsten Tag zur Datenbasis von jemandem, der das Habitat zwanzig Jahre später verstehen will.